Haben Sie eine blühende Fantasie?

Haben Sie eine blühende Fantasie?

08.01.2019

Dann gehören Sie wohl auch zu den Menschen, die lieber auf ihre eigenen Gedanken vertrauen, anstatt wirklich auf andere eingehen und so Störungen und Konflikte auslösen.


Ein paar Beispiele:

Sie hat die Stirn gerunzelt. Bestimmt ist sie mit meinem Vorschlag nicht einverstanden.

Er rührt gelangweilt in der Suppe, sie schmeckt ihm nicht.

Sie haben keine positive Reaktion gezeigt, als ich die neue Strategie vorgestellt habe. Ich weiss wirklich nicht, was sie daran nicht gut finden können.


Wir beurteilen die von uns wahrgenommene Reaktion des Gegenübers und handeln dementsprechend. Doch entspricht diese Fantasie wirklich der Realität?


Dazu etwas zur Theorie nach Schulz von Thun. Er unterscheidet die drei folgenden Empfangsvorgänge:

  1. etwas wahrnehmen – «ich sehe, wie du grimmig schaust»
  2. etwas interpretieren – «deshalb vermute ich, dass du nicht einverstanden bist»
  3. etwas fühlen – «ich bin wütend und enttäuscht»


Diese drei Empfangsvorgänge sollten wir unterscheiden. Darin sind jedoch die meisten von uns nicht geübt. Oder wir machen uns die Mühe nicht – in der Annahme, dass wir über gute Menschenkenntnisse verfügen und unserer Fantasie trauen können.


Es macht jedoch Sinn, sich zwischendurch zu fragen, was für ein inneres Programm gerade abläuft. Wieso treibt meine Fantasie mal wieder ihre Blüten?


Es geht nicht darum, die eigenen Gedanken zu unterdrücken, sondern sich bewusst zu werden:

  • Es besteht eine 50%ige Chance, dass meine Fantasie stimmt. Anders gesagt: zu 50% stimmt sie nicht.
  • Fantasien über den anderen sind etwas von mir.

Überprüfen Sie Ihre Gedanken auf die Realität, indem Sie nachfragen. «Ich schliesse aus Ihrem Gesichtsausdruck, dass Sie mit meinem Vorschlag nicht einverstanden sind. Sehe ich das richtig?»  

So können Sie unnötige Konflikte und negative Gefühle vermeiden.


Einige werden sagen, was nützt es mir, wenn ich die Wahrheit kenne, das macht es unter Umständen nur noch schlimmer. Klar kann die Wahrheit erschütternd oder verletzend sein. Doch ist es ausgesprochen, haben wir Platz geschaffen für positive Gefühle.


Ein positives Beispiel aus der Praxis:

Ist Ihre neue Mitarbeiterin wirklich darüber verärgert, dass sie nicht das spannendere Projekt bekommen hat? Sie hat sich nicht getraut etwas zu sagen, da sie neu im Unternehmen ist. Doch Sie haben ihren enttäuschten Gesichtsausdruck und die hängenden Schultern gesehen. Deshalb haben Sie sie darauf angesprochen und somit Ihre Fantasie auf Realität überprüft. Dies gibt Ihnen die Möglichkeit, gemeinsam mit der Mitarbeiterin eine Lösung zu suchen. Zudem werden Sie als empathisch wahrgenommen, da Sie wirklich auf Ihre Mitarbeiterin und die Situation eingegangen sind.




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