Rudern Sie noch oder steuern Sie schon?

Rudern Sie noch oder steuern Sie schon?

01.12.2015

Achtsamkeit ist das Zauberwort. Sie ist das klare, nicht wertende Gewahrsein dessen, was in jedem Augenblick geschieht. Orientieren wir uns an der Gegenwart?

  • Wir lesen, während wir essen.
  • Wir ignorieren die leichte Anspannung im Nacken bis die ganze Nackenmuskulatur verhärtet ist.
  • Wir sprechen über die Vergangenheit und sorgen uns um die Zukunft, statt uns dem Jetzt zu widmen.

 

Viele leben in einer «Alltagstrance», sind wie von einem Autopiloten gesteuert. In meinen Seminaren höre ich oft: «Täglich 100 Mails, die ich beantworten muss. Zum Glück gibt es Seminarpausen». Bravo. Pendenzen abgearbeitet und dabei die Chance verpasst mit den andern Teilnehmern zu netzwerken.

 

Ich bin achtsam bedeutet, in den kleinen Dingen des Alltags präsent zu sein. Hier ein paar Tipps, wie Sie Ihre Achtsamkeit trainieren können:


  • Raus aus der Automatik
    Unterbrechen Sie Ihre Routinen. Stellen Sie sich den Wecker und lassen Sie sich aus der «Trance» schellen. Oder setzen Sie sich einen «Anker» indem Sie sich vornehmen, bei jeder roten Ampel Ihre Achtsamkeit zu trainieren. 

  • Intensiver wahrnehmen ­– Benutzen Sie Ihre Sinne
    Setzen Sie sich ins Café. Hören Sie die Stimmen um sich, riechen Sie den Geruch frisch gemahlener Kaffeebohnen, wie fühlt sich die Sitzfläche Ihres Stuhles, die Oberfläche des Tisches an? Die ultimative Hilfestellung: Handy aus! IPad aus! Zeitung liegen lassen! Notieren Sie sich Ihre Eindrücke auf Papier. Schreiben hilft, um bewusster und intensiver wahrzunehmen.
    Oder.. essen Sie eine Orange mit Ihrer ganzen Aufmerksamkeit. Ich verkneife mir jetzt, den ganzen Vorgang zu beschreiben. Denn da gäbe es einige Details. Von der Haptik der Schale bis zum Kitzeln der Säure am Gaumen. Wieviel Aufmerksamkeit widmen Sie im Alltag Ihrem Essen?

  • Informationsgewohnheiten ändern
    Wir leben in einem Medien-Zeitalter. Medien sind immer präsent. Gerade deshalb kommt es auf die richtige Dosierung an. Denn sonst bestimmen sie unseren Tag. Entscheiden Sie bewusst, welche Medien Sie wirklich nutzen wollen und gönnen Sie sich medienfreie Stunden. Fernseher aus, Handy in der Tasche stecken lassen. Richten Sie Ihren Blick bewusst auf ihr momentanes Umfeld.

  • Eile mit Weile – Verlangsamen Sie Ihr Denken.
    Legen Sie ein Projekt gezielt zur Seite, überschlafen Sie Ihre Idee. Dies gilt auch für schwierige Mitarbeitergespräche, Briefe und E-Mails. Sie müssen nicht immer alles am selben Tag beantworten.

  • Erkennen Sie Ihre Gedanken
    Nehmen Sie sich Auszeiten im Alltag. Tun Sie nichts, ausser Ihren Gedanken nachzuhängen. Was denkt mich da die ganze Zeit? So erkennen Sie, wie Sie sich selbst mit Ihren Gedanken beeinflussen.

  • Gehen Sie auf Abstand zu Ihren Gedanken
    Wenn wir davon ausgehen, dass unser Hirn nicht zwischen Gedanken und Realität unterscheiden kann, ist es umso wichtiger, seine eigenen Gedanken zu hinterfragen. Der Gedanke «Mein Gott, ich bin so gestresst.» Das entspricht bestimmt der Wahrheit. Aber stehen nicht auch Pausen in Aussicht? Freuen Sie sich auf diese. Oder schaffen Sie sich Pausen wie oben beschrieben.
    Ganz nach dem Motto: Denken müssen wir sowieso, warum nicht gleich positiv.

 

Möchten Sie sich weiter im Thema vertiefen? Diese beiden Bücher kann ich Ihnen dazu empfehlen:

Gehirngerechtes Arbeiten und beruflicher Erfolg. Eine Anleitung für mehr Effektivität und Effizienz.

http://www.springer.com/gp/book/9783658048617

Mindfuck – wie wir uns selbst sabotieren und was wir dagegen tun können

http://www.books.ch/shop/home/rubrikartikel/ID28941896.html?ProvID=10917736

 

Die Weihnachtszeit steht für Hektik, Stress, Sinnlichkeit und Erholung. Entscheiden Sie sich, wofür sie bei Ihnen stehen soll und versuchen Sie danach zu leben. Übungsmöglichkeiten gibt es genug. Ich wünsche Ihnen viel Genuss dabei.




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